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Das homöopathische Arzneimittel  


Es gibt ca. 2000 geprüfte homöopathische Mittel. Sie werden speziell zubereitet. Die Substanzen werden stufenweise verdünnt und verschüttelt (Potenzierung). Bei diesem Vorgang werden die Heilkräfte des Medikamentes verstärkt.

Die homöopathischen Arzneimittel werden hergestellt aus:

·         Pflanzen, z.B. Sturmhut (Aconitum), Tollkirsche (Belladonna), Küchenschelle (Pulsatilla), 

·         Tieren, z.B. Bienengift (Apis), Buschmeisterschlangengift (Lachesis),

·         Metallen, z.B. Kupfer (Cuprum metallicum), Gold (Aurum metallicum),

·         Mineralien, z.B. Kieselsäure (Silicea), Kalk (Calcium carbonicum), Schwefel (Sulphur).

·         Auch durch Krankheiten produzierte Stoffe (Nosoden) kommen zur Anwendung.

 


Einzelmittel - Komplexmittel

Das richtige homöopathische Mittel zu finden, ist die eigentliche Kunst des Homöopathen. Dazu braucht es viel Wissen, Zeit, Geduld und Erfahrung. Homöopathie kann man nicht nebenbei anwenden, und ein rein nach klassischen Gesichtspunkten arbeitender Homöopath wird keine anderen Therapieformen anwenden. In den letzten Jahren wurde der Begriff "Homöopathie" leider allzu oft für verschiedene Therapieformen missbräuchlich verwendet. Früher hieß es: "Ich gehe zum Heilpraktiker." Heute heißt es eben: "Ich gehe zum Homöopathen."

Wenn der Behandler einem ins Auge schaut, also Irisdiagnostik betreibt, und daraus unsere Beschwerden und Veranlagung ersehen will, phytotherapeutische (pflanzliche), spagyrische Essenzen oder Bachblüten verschreibt, dann hat das nichts mit klassischer Homöopathie zu tun, sondern es handelt sich um andere Heilverfahren.

Einige Therapeuten wollen den anstrengenden Weg, das richtige Mittel zu finden, abkürzen. Seit jeher hat man deshalb versucht, die Homöopathie zu vereinfachen. Auch deshalb, weil man sie dann besser vermarkten kann. Seit einigen Jahren ist es Mode, dass mit elektronischen Geräten, z.B. Bioresonanz, Pendel und anderen Hilfsmitteln wie Muskelfunktionstests, versucht wird, das richtige Mittel auszutesten. Der Griff hinter den Ladentisch und innerhalb 2 Minuten ein Mittel abgeben, kann nicht als seriös bezeichnet werden, da eine intensive Befragung unerlässlich ist. In diesem Fall werden Mittel nach Krankheitsnamen abgegeben, und die Gesetze der klassischen Homöopathie (Individualiät, Einzelgabe etc.) werden dabei außer acht gelassen. So auch bei den Komplexmitteln.

Die Problematik der Komplexmittel ist jedem klassischen Homöopathen ein Dorn im Auge. Hahnemann, Kent, Allen, Hering und wie alle großen Homöopathen heißen, würden sich im Grabe umdrehen, wenn sie wüssten, was mit ihrem Erbe geschehen ist!

Was versteht man unter homöopathischen Komplexmitteln? Wie der Name bereits sagt, handelt es sich um Mischungen verschiedener homöopathischer Substanzen. Es werden zwischen 2 und 30  Mittel in unterschiedlichen Potenzen gemischt. So wird z.B. ein Fiebermittel aus verschiedenen, besonders häufig bei Erkältungen, Entzündungen und Fieber gebrauchten Substanzen zusammengestellt. Man hofft dann, dass eines dieser Mittel schon das richtige sein werde.

Komplexmittel wirken in der Praxis wenig überzeugend. Wie soll der Organismus wissen, auf welche Information er nun reagieren soll? Betrachtet man die Wirkungsweise dieser einzelnen Substanzen in einem Komplexmittel, so sieht man oft, dass sie sich gegenseitig in ihrer Wirkung aufheben und auch unterdrückend wirken.

In der Praxis zeigt sich, dass die Behandlung erschwert wird, wenn über lange Zeit Komplexmittel eingenommen wurden. Der Körper hat seine Reaktionsfähigkeit durch eine solche Informationsflut, wie sie die Komplexmittel darstellen, eingebüsst.

Ein weiteres Argument gegen Komplexmittel ist, dass mit diesen Mischungen keine Arzneimittelprüfung am Gesunden stattgefunden hat. Wie soll man nun wissen, wie dieses Gemisch auf den Menschen wirkt? Man weiß aus der Chemie, dass eine Mischung von zwei und mehreren Substanzen eine ganz andere Wirkung haben kann als jeder einzelne Ausgangsstoff für sich alleine.

Wir wissen nicht, wie die Wirkung von mehreren Medikamenten oder die Wechselwirkung zwischen ihnen ist. Wir wissen aber um die Wirkung eines einzelnen Arzneimittels, da dieses am gesunden Menschen geprüft wurde.

Es kann nur ein einziges passendes homöopathisches Mittel die Heilung in Gang bringen. Somit ist auch die anthroposophische Medizin nach Rudolf Steiner wie auch die Biochemie nach Schüssler keine klassische Homöopathie, da bei beiden Therapieformen in der Regel gleichzeitig verschiedene homöopathische Mittel zur Anwendung gelangen.

 


Aufbewahrung der homöopathischen Mittel


Die homöopathischen Heilmittel sind unbeschränkt haltbar, sofern sie richtig aufbewahrt werden. Beachten Sie bitte folgende Punkte:

·         Die Mittel dürfen nie der Sonne oder Hitze ausgesetzt werden!

·         Die Mittel müssen vor Licht und Feuchtigkeit geschützt werden!

·         Die Mittel sollten nicht in der Nähe von stark riechenden Substanzen (z.B. Parfums, Reinigungsmittel, ätherische Öle etc.) aufbewahrt werden!