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Homöopathie bei Kindern


Die homöopathische Behandlung vermag nicht nur die Gesundheit von Säuglingen und Kleinkindern zu verbessern, sondern trägt auch wesentlich dazu bei, dass sich unsere Kinder zu gesunden Erwachsenen entwickeln.

Immer wieder erstaunt es, wie sorglos unsere jüngsten Erdenbewohner mit Medikamenten gefüttert werden. Jede Mutter meidet während der Schwangerschaft so weit als möglich Medikamente. Doch kaum ist das Kind geboren, werden oft die guten Vorsätze vergessen. Ein anhaltender Husten wird mit Sirup therapiert, Hautausschläge mit Salben unterdrückt, Fieber sofort mit Zäpfchen gesenkt und Ohrschmerzen mit Antibiotika behandelt.

Durch diese unterdrückenden Maßnahmen kann der kindliche Organismus seine Immunabwehr nicht genügend aufbauen. Die Abwehrkraft muss immer wieder trainiert werden, sonst lernt der Körper nicht, sich zu wehren, und er ist hilflos und ungeschützt den äußeren Einflüssen ausgesetzt.

Homöopathische Mittel stärken das Immunsystem, und der Organismus kann mit der Krankheit selber fertig werden.

Manchmal kommt es vor, dass Neugeborene bereits in den ersten Tagen und Wochen Gesundheitsstörungen wie Bindehautentzündung, Ekzeme, Windelausschlag, Verdauungsstörungen, Erbrechen, Atemprobleme etc. haben. Bei diesen früh auftretenden Beschwerden handelt es sich oft um miasmatische Belastungen. Eine homöopathische Behandlung bewahrt das Kind vor späteren tieferen Störungen.

Hautausschläge treten bei Kindern oft auf. Sie sind als Abwehrreaktion der Lebenskraft zu verstehen. Sie beruhen auf einer inneren gesundheitlichen Störung, die sich an der Oberfläche manifestiert. Der Körper versucht über das Ausscheidungsorgan Haut belastende Substanzen zu eliminieren. Wird nun dieser Vorgang nicht erkannt und die Symptome medikamentös behandelt, verlagert der Organismus das Krankheitsgeschehen nach innen, und es werden z.B. die Lungen in Mitleidenschaft gezogen.

Nach einem unterdrückten Hautausschlag entstehen nicht selten Atemwegsprobleme. Wird nun das asthmakranke Kind homöopathisch behandelt, erscheint der Hautausschlag für einige Zeit wieder. Die Lungen werden dadurch sofort entlastet. Die Krankheit wurde an der Wurzel behandelt, und das Kind erlangt nach einiger Zeit vollständige Gesundheit.

Die Homöopathie vermag ein breites Spektrum von Krankheiten zu behandeln, wie z.B. 3-Monate-Krämpfe, Zahnungsbeschwerden, Entwicklungsstörungen, Schüchternheit, Ängste, Stottern, Heimweh, Bettnässen, Kontaktschwierigkeiten, Aggressivität, Unruhe, Hyperaktivität etc.

Vergessen wir nicht, dass in den ersten Monaten die Muttermilch von unschätzbarem Wert ist. Sie enthält alle lebenswichtigen Nährstoffe und auch Antikörper, die das Immunsystem und die Abwehrkräfte des Kindes aufbauen und es vor Krankheiten schützt. Gestillte Kinder haben eine viel bessere Allgemeinverfassung und sind weniger krankheitsanfällig.

Sehr wichtig für ein krankes Kind ist eine entspannte Umgebung. Überängstliche Eltern können kaum die Ruhe ausstrahlen, die für ein schnelles Gesundwerden des Kindes förderlich wäre. Es ist daher sehr wichtig, dass die Eltern auf die Selbstheilungskräfte des Kindes vertrauen und nicht gleich bei jedem Fieberanstieg oder Hustenanfall in Panik geraten. Oft müssen die Eltern auch in die Therapie miteinbezogen werden, damit ihr Sprössling gesunden kann.

 

Die miasmatische Belastung


Was ist darunter zu verstehen? Zu Beginn ein Beispiel: Ihr Kind hat jeden Winter über Wochen starken Husten. Es schlägt ihm nicht nur auf die Bronchien, der Infekt verlagert sich auch auf die Ohren. Tubenkatarrh oder Mittelohrentzündung werden diagnostiziert und natürlich mit den entsprechenden Medikamenten behandelt. Sie haben von den ständigen Antibiotikagaben genug und wechseln zu einem homöopathisch arbeitenden Arzt.

Im darauffolgenden Herbst wird nun der obligate wiederkehrende Husten, bevor er in einer Bronchitis endet, mit einem entsprechenden homöopathischen Mittel behandelt. Einige Tage später ist der Spuk vorbei, und das Kind erfreut sich bester Gesundheit. Doch schon bahnt sich die nächste Erkältung an. Erneut zum Arzt, der die akute Erkrankung wieder homöopathisch therapiert.

Der kleine Patient wurde so von tiefergreifenden Krankheiten verschont, seine immer wiederkehrenden Ohrschmerzen konnten mit entsprechenden homöopathischen Arzneimitteln erfolgreich behandelt werden, und er wurde von weiteren Antibiotikagaben verschont. Doch es stellt sich die Frage, warum die Erkältungen immer wieder auftreten und sich erneut zu einer Ohrenentzündung entwickeln. Der Grund liegt darin, dass der Patient noch nicht vollständig geheilt ist, da seine Anfälligkeit weiter besteht.

Dieses Beispiel soll Ihnen zeigen, dass es sich hier um eine tiefere Störung handelt, d.h., der Organismus ist geschwächt, und die Selbstheilungskräfte reichen nicht aus, den Patienten gesund zu erhalten. Auch die richtig gewählten homöopathischen Mittel, die auf die Akuterkrankung abgestimmt waren, haben nicht zu einer vollständigen Heilung geführt. Die Grundschwäche, die Erkältungsanfälligkeit besteht weiterhin.

Weshalb erkrankt ein Mensch nach einem richtig gewählten homöopathischen Mittel immer wieder an derselben Krankheit? Warum hält der Gesundheitszustand nur kurze Zeit an?

Mit diesen Fragen beschäftigte sich Hahnemann 12 Jahre lang und entdeckte, dass eine tiefe, vererbte oder anerworbene Störung (z.B. durch unterdrückende Behandlungen) die Ursache dieser Schwäche ist. Er nannte diese dynamische Störung "Miasma". Dieses Miasma stellt eine Schwäche des Menschen dar, welche die Türe für Krankheiten öffnet.

Mit dem Beispiel im vorherigen Kapitel sollte verdeutlicht werden, dass die homöopathischen Akutmittel wohl die Symptome beseitigen, aber die Krankheit nicht an ihrer Wurzel erfassen. Solange man nur an der Oberfläche behandelt, also auf die gegenwärtigen körperlichen Symptome eingeht, kann man das viel tiefer liegende Miasma nicht erreichen. Es ist, wie wenn man an einem Obstbaum die verdorrten Äste abschneidet, die am Baum verfaulten Früchte entfernt und jedes Jahr von neuem erstaunt ist, dass der Baum immer weniger gesunde Früchte trägt und langsam abstirbt.

Was ist die Ursache, dass der Baum erkrankt? Wir sehen verfaulte Wurzeln, eine veränderte Bodenqualität und dass ihm geeignete Nahrung fehlt. Er ist von der Wurzel her krank.

So ist es auch beim Menschen. Die Ursache liegt in der Tiefe, in der Wurzel und nicht in der Peripherie.

Hahnemann entdeckte und entwickelte tiefer wirkende homöopathische Mittel, die die Fähigkeit haben, in die miasmatische Belastung einzugreifen. So hat nun der nach miasmatischen Gesichtspunkten arbeitende Homöopath die Möglichkeit, auch ganz tief verwurzelte Schwächen (z.B. Vererbungen) erfolgreich zu therapieren.

In einer Konstitutionstherapie unter Berücksichtigung der miasmatischen Belastung wird der Patient in seiner Gesamtheit betrachtet. Dabei ist das Erfassen der eigenen Krankheitsgeschichte und speziell derjenigen der Vorfahren von größter Bedeutung. 

Hahnemann ordnete alle Krankheiten, akute wie auch chronische, und die Charaktereigenschaften des Menschen in miasmatische Gruppen. Er nannte die Grundform aller Erkrankungen die "Psora". Daraus entwickelte sich die Sykose und das syphilitische Miasma. In späteren Jahren kam noch das tuberkulare Miasma hinzu.