Erste Hilfe und Hausapotheke

 

Erste Hilfe zu Hause

Wie Sie Wunden und Verletzungen schnell selbst verarzten können und welche Grundausstattung Sie dazu brauchen.

Im Haus und Garten ereigneten sich 1996 rund 2,8 Millionen Unfälle, die von Ärzten versorgt werden mußten. Was in dieser Statistik der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin nicht auftaucht, sind die unzähligen "kleineren" Verletzungen, die Sie selbst versorgen können. Schnelle Hilfe ist aber nur möglich, wenn Sie auch eine gut sortierte Hausapotheke haben. So versorgen Sie die häufigsten Verletzungen im Haushalt:

Schnittwunden

Grundausstattung:
Antiseptikum (z.B. Polyvidonjod, Octenidindihydrochlorid),
Pflaster oder Klammerpflaster

Lassen Sie die Wunde kurz ausbluten; der Blutfluß schwemmt Schmutz und Krankheitserreger nach außen. Zusätzlich sollten Sie die Wundränder mit einem antiseptischen Mittel desinfizieren. Krankheitserreger verursachen Entzündungen, die Wunde eitert, im schlimmsten Fall gibt es eine Blutvergiftung. Drücken Sie dann die Wundränder aneinander, und kleben Sie ein Pflaster quer zur Schnittrichtung, damit die Wunde nicht auseinanderklafft. Klammerpflaster fixieren die Wundränder so, daß sie gut zusammenwachsen können. je besser die Wunde verarztet ist, desto geringer ist das Risiko zumindest bei kleinen Schnittwunden, daß als Erinnerung eine häßliche Narbe bleibt. Schnittwunden, die länger als ein Zentimeter sind, sollten vom Arzt genäht oder geklammert werden.
   

Schürfwunden

Grundausstattung:
Antiseptikum,
sterile Wundauflage, Mullbinde
oder sterilesVerbandpäckchen
Schürfwunden gehen zwar nicht tief ins Gewebe, normalerweise bluten sie auch nicht stark, dafür sind sie großflächig und häufig verschmutzt. Und sie schmerzen. Denn durch das Abschürfen werden zahlreiche kleine Nervenenden gekappt. Verschmutzte Wunden sollten Sie vorsichtig mit einem desinfizierenden Mittel abtupfen. Wasser, Puder, Salben oder schmerzstillendes Spray können die offene Wunde verunreinigen, sind also nicht zur Sofortbehandlung geeignet. Ist die Wunde gereinigt, können Sie sie an der Luft trocknen lassen, bis sich Schorf gebildet hat. Wenn Gefahr besteht, daß die Wunde verschmutzt, schützen sterile Wundauflage oder Verbandpäckchen. Die Wundauflage muß saugfähig sein darf aber nicht mit der Wunde verkleben. Mullbinden dienen nur zum Befestigen der Auflage. Watte und Zellstoff sind ungeeignet, weil sie fusseln und die Wundheilung beeinträchtigen.

Stichwunden

Grundausstattung:
Pinzette, sterile Wundauflage,
steriles Verbandpäckchen

Bedecken Sie die Verletzung mit einer sterilen Wundauflage. Splitter oder kleine Gegenstände sollten Sie vorher mit einer sterilen Pinzette entfernen. Größere Fremdkörper im Gewebe, z. B. Glas- oder Metallstücke, muß der Arzt entfernen. Beim Herausziehen könnten Sie das Gewebe zusätzlich verletzen und eine starke Blutung auslösen. Decken Sie die Wunde gut ab, bevor Sie zum Arzt gehen. Achten Sie darauf, daß Sie den Gegenstand dabei nicht noch tiefer in die Wunde drücken. Stichwunden gehen oft tief ins Gewebe. Bei verschmutzten Gegenständen ist das Infektionsrisiko entsprechend hoch. Lassen Sie deshalb Ihren Tetanusschutz überprüfen.
   

starke Blutung

Grundausstattung:
Sterile Wundauflage,
Mullbinde oder steriles Verbandpäckchen,
Druckpolster, Verband zum Fixieren
Kleinere Wunden hören normalerweise innerhalb weniger Minuten von selbst auf zu bluten Starke Blutungen müssen Sie mit einem Druckverband stillen. Decken Sie die verletzte Stelle mit einer sterilen Wundauflage ab und befestigen Sie diese mit einer Mullbinde. Auf diese Wundauflage kommt nun das Druckpolster (z. B. Mullbindenrolle oder Zellstoffpolster), das Sie ebenfalls mit einem Verband fixieren müssen. Nach der Erstversorgung der Wunde müssen Sie schnellstmöglich zum Arzt. Wichtig: Der Verband soll Druck ausüben, darf aber nicht so fest sitzen, daß der Blutrückfluß eingeschränkt ist. Sonst kann das Blut nicht durch die Venen abfließen; die Blutung wird stärker. Blutet der Verband durch, legen Sie über den alten einen zusätzlichen Druckverband.

Verbrennungen, Verbrühungen

Grundausstattung:
Sterile Brandwundauflage,
für die Nachbehandlung Brandgel

Kühlen Sie kleinere Brandwunden sofort und so lange in kaltem Wasser, bis der Schmerz nachläßt. Brandblasen sollten Sie nicht aufstechen; die Blase dient als Schutz für das verletzte Gewebe. Größere Verbrennungen sollten Sie locker mit einer sterilen Brandwundauflage oder einem gebügelten Taschentuch abdecken und möglichst schnell einen Arzt aufsuchen. Bei großflächigen Verletzungen müssen Sie den Notarzt rufen. Dann besteht Ausküh- lungsgefahr: Hüllen Sie den Verletzten in eine Decke, achten Sie aber darauf, daß sie nicht in Kontakt mit der Wunde gerät. Bei Verbrühungen mit heißem Wasser müssen Sie sofort die nasse Kleidung entfernen, damit die Hitze möglichst gar nicht in Kontakt mit dem Körper kommt. Kleidung, die in der Wunde klebt, darf nur der Arzt entfernen.


Hausapotheke

 

Verbandmittel
  1. Mullbinden, 6 und 8 cm breit
  2. Elastische Binden, 6 und 8 cm breit
  3. Idealbinde, 8 cm breit
  4. Verbandpäckchen (klein, mittel, groß)
  5. 1 Rolle Heftpflaster
  6. 1 Packung Pflasterstrips
  7. Wundschnellverband, 6 und 8 cm breit
  8. Verbandwatte
  9. Lederfingerling
  10. 6 Sicherheitsnadeln
  11. Verbandklammern
  12. 1 Splitterpinzette
  13. 1 Verbandschere
  14. 2 Dreieckstücher
  15. Zeckenzange
Krankenpflegeartikel
  1. Fieberthermometer, Mundspatel
  2. Gummihandschuhe, -fingerlinge
  3. Fein-Desinfektionsmittel
   Arzneimittel
  1. Mittel gegen Schmerzen, Halsweh, Durchfall, Verstopfung
  2. Mittel gegen Sodbrennen, Blähungen und Völlegefühl
  3. Mittel gegen Erkältungskrankheiten
  4. Mittel gegen Insektenstiche
  5. Wunddesinfektionsmittel
  6. Brand- u.Wundgel
  7. Mittel gegen Kreislaufbeschwerden

Sonstiges
  1. Erste-Hilfe-Anleitung
  2. Notfalladressen plus Telefonnummer
 

Individuelle Arneimittel

 

 

... ihre Apotheke stellt ihnen gern ihre

persönliche Hausapotheke jeweils nach ihren Bedürfnissen zusammen...

 

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